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Politischer Stammtisch

Politischer Stammtisch in Eggenstein-Leopoldshafen

Ist eine Endlagerung wirklich sinnvoll?

Zu seinem "Politischen Stammtisch" hatte der SPD-Ortsverein Eggenstein-Leopoldshafen am 25. Juni seine Mitbürger und die benachbarten Ortsvereine eingeladen. Auch einige Sozialdemokraten aus Linkenheim-Hochstetten waren der Einladung gefolgt.

Wie die Überschrift verrät, stand die Endlagerung nuklearer Abfälle und die damit verbundenen Probleme im Mittelpunkt des Abends. Als sachkundigen Referenten hatte man Prof. Horst Geckeis, den Leiter des Instituts für Nukleare Entsorgung (INE) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), gewonnen. 

Einführung

Horst GeckeisProf. Geckeis stellte sich und die Arbeitsgebiete seines Instituts kurz vor; dann ging er auf die Anforderungen bei der Endlagerung ein. Das Verhalten der verschiedenen radioaktiven Stoffe, die in den Rückständen aus Kernkraftwerken enthalten sind, unter den jeweiligen Bedingungen in möglichen Endlagern stellt einen besonderer Aspekt der Forschung im Bereich der Umweltchemie dar. Die Hauptfrage ist dabei, ob diese Radionuklide aus dem Endlager 'entkommen' können. Hinzu kommen beim INE aber auch Fragen zum Rückbau von Kernkraftwerken, die Vorschläge zur 'Transmutation' und anderes.

Diskussion

Aus der Einführung entwickelte sich rasch eine rege Diskussion. Eine Frage war dabei, warum weiterhin Forschung betrieben wird, obwohl Deutschland aus der Nutzung der Kernenergie aussteigt. Daraus könnten sich doch Anreize ergeben, zur Kernenergie zurückzukehren; Ländern, die nicht aussteigen wollen, könnte die weitere Nutzung erleichtert werden. Die eigentlich gestellte Frage "Ist Endlagerung sinnvoll" trat dabei etwas in den Hintergrund. In der Diskussion bildete sich die Ansicht heraus, dass die Endlagerung 'rückholbar' erfolgen muss, um Fortschritte bei der Reduzierung der Strahlung nutzen zu können, auch wenn sie sich erst in ferner Zukunft ergeben. Das stellt hohe Anforderungen an Zugänge und ihre Sicherung. Und es erfordert eine 'ewige' Dokumentation, weil mit Lagerzeiten von Tausenden von Jahren gerechnet werden muss.

Transmutation?

Die Hoffnung einiger Wissenschaftler auf die Transmutation teilte Prof. Geckeis nicht. Mit der Transmutation könnten zwar einige besonders langlebige Radionuklide in kurzlebige verwandelt werden, allerdings ist dazu eine Art von Wiederaufarbeitung nötig, um die verschiedenen Arten von Radionukliden zu trennen und aufzuarbeiten. Auch werden die erforderlichen besonderen Strahlenquellen (Beschleuniger) wohl in absehbarer Zeit nicht zur Verfügung stehen. Bedenken, die Arbeiten am KIT, auch in Zusammenarbeit mit dem ITU (Europäisches Institut für Transurane), dienten doch dem Wiedereinstieg in die Kernenergie, wies Prof. Geckeis zurück. Hier stehen Entsorgung und Endlagerung eindeutig im Vordergrund.

Fazit

Auch wenn die Diskussion gelegentlich zu emotionalen Fragen abglitt, bot der Abend doch eine Fülle von Informationen. Die Teilnehmer am SPD-Stammtisch haben jedenfalls einige Einsichten gewonnen und die Veranstaltung hat einen Beitrag dazu geleistet, dass die Bürger bei künftigen Planungen fundiert mitreden können.

30. Juni 2015

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