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Chronik 1957

1957

1. Januar
Das Saarland wird zehntes Bundesland der Bundesrepublik Deutschland.
21. Januar
Der Bundestag verabschiedet das Gesetz über die Rentenreform und führt damit die Dynamische Rente ein.
25. März
Unterzeichnung der Römischen Verträge über die Schaffung der EWG und der EURATOM.
1. April
Die ersten Wehrpflichtigen rücken in die Bundeswehrkasernen ein.
? Mai
Baubeginn der Kernreaktoranlage bei Leopoldshafen.
3. Mai
Der Bundestag verabschiedet ein Gesetz über die Gleichberechtigung von Mann und Frau.
18./19. Mai
Auflösung der GVP, ihre Mitglieder, darunter Gustav Heinemann und Helene Wessel , schließen sich überwiegend der SPD an.
23. Juni
Borussia Dortmund wird Deutscher Fußballmeister (4:1 gegen den HSV).
1. August
Die Deutsche Bundesbank wird gegründet.
1. September
In der Bundesrepublik wird die Geschwindigkeitsbegrenzung in geschlossenen Ortschaften eingeführt.
15. September
Bei der Bundestagswahl erreicht die CDU/CSU 50,2%, die SPD 31,8% der Stimmen.
21. September
Das deutsche Segelschulschiff "Pamir" sinkt südwestlich der Azoren. Nur sechs der 86 Besatzungsmitglieder können gerettet werden.
3. Oktober
Willy Brandt wird zum Regierenden Bürgermeister von West-Berlin gewählt.

Auseinandersetzung um Reaktorbau

Protokollbuch Seite 147

Die Gemeinden der unteren Hardt wehren sich vehement gegen den Bau des Atomreaktors in Leopoldshafen. Natürlich ist das auch das Hauptthema in der Wahlversammlung mit Fritz Erler. Als Ausdruck des Protestes entschließen sich die Bürger Linkenheims zu einem Boykott der Bundestagswahl, der auch weitgehend befolgt wird.

Linkenheim, den 27.1.57

Am 27. 1. 57 wurde im Gasthaus zum grünen Baum die Jahreshauptversammlung durchgeführt. Der Vorstand begrüßte mit herzlichen Worten die Mitglieder und gab die Tagesordnung bekannt:

1. Kassenbericht
2) Verlesung des Protokoll
3) Entlastung des Kassiers
4) Geschäftsbericht
5) Bericht über Kreiskonferenz am 6.1.57 in Durlach
6) Verschiedenes

Nachdem die Entlastung des Kassiers und dem Vorstand ausgesprochen wurde, stand im Mittelpunkt die zuvorstehende Bundestagswahl.

Der Vorstand gab zunächst einen ausführlichen Bericht über die Kreiskonferenz in Durlach. Er gab bekannt, daß unser Genosse Fritz Erler in unserem Wahlkreis kandidieren wird und beabsichtigt im Gasthaus zum Löwen eine Wahlversammlung durchzuführen.

Als gegen 1700 h die Gemeindeangelegenheiten besprochen waren, konnte der Vorstand die Versammlung schließen.

Der Schriftführer
Nees, Wilh.

Linkenheim, den 12. Juli 1957

Bei einer gutbesuchten Wahlversammlung sprach am 10. Juli 57 Bundestagsabgeordneter Erler im Gasthaus zu "Löwen". Genosse Fritz Erler scheute sich nicht in Linkenheim auch wegen des Atomreaktors zu sprechen. Er führte aus: "Ich möchte Ihnen auf eine ehrliche Frage eine ehrliche Antwort geben. Ich habe Verständnis für Ihre Sorgen. Aber um eines guten Wahlergebnisses werde ich Ihnen nicht etwas versprechen, was ich nicht halten kann. Er halte nichts davon, wenn eine Stadt wie Karlsruhe sich nach dem Ratschlag richte: "Hannemann geh Du voran ..." Bei seiner Vorsprache in Bonn hat er sich immerwieder für ein Strahlenschutzgesetz bemüht. Eine Verlegung des Atomreaktors kann Ihnen ein Bundestagsabgeordneter nicht versprechen, weil die Entscheidung über dessen Standort Sache des Landkreises und des Landes ist. Die von Ihnen geforderte gerichtliche Entscheidung kann jedoch nur eine vorläufige sein, bis das endgültige Gesetz des Bundestags die Lage klärt. Bei der Diskussion stellte Bürgermeister Nees viele Fragen an den Abgeordneten.

Der Schriftführer
Nees, Wilhelm

1957

Bundestagswahl: Wegen des Standortes des Atomreaktors war sich die Gemeinde Linkenheim darüber einig, nicht zur Bundestagswahl zu schreiten. Trotzdem haben 46 Pers. (9%) ihre Stimme 1957 abgegeben.

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Unsere Grundwerte: Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität

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