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Chronik 1948

1948

3. Januar
Im Saarland wird die französische Währung eingeführt.
30. Januar
Mahatma Gandhi wird ermordet.
30. Januar - 8. Februar
Olympische Winterspiele in St. Moritz; Deutschland und Japan sind von den Spielen ausgeschlossen.
3. Februar
Generalstreik in der amerikanischen und der britischen Zone wegen der katastrophalen Ernährungslage.
9. Februar
Karl Valentin stirbt in Planegg bei München.
1. März
Gründung der Bank Deutscher Länder, der späteren Bundesbank in Frankfurt/Main.
20. März
Der sowjetische Militärgouverneur verläßt den Alliierten Kontrollrat. Damit endet die gemeinsame Verwaltung Deutschlands durch die vier Siegermächte.
5. Juni
Ein starkes Erdbeben führt in Karlsruhe zu Gebäudeschäden.
20. Juni
Währungsreform; Einführung der D-Mark in den westlichen Besatzungszonen.
24. Juni
Die SMAD beginnt die Großblockade der Berliner Westsektoren.
26. Juni
Beginn der britisch-amerikanischen Luftbrücke zur Versorgung West-Berlins.
29. Juli - 14. August
Olympische Sommerspiele in London
8. August
Der 1. FC Nürnberg wird deutscher Fußballmeister (2:1 im Endspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern).
15. - 30. August
Die Delegierten für den Parlamentarischen Rat werden von den Landtagen gewählt.
1. September
Der Parlamentarische Rat tritt in Bonn zusammen.
11. - 14. September
Parteitag der SPD in Düsseldorf.
15. September
Der Parlamentarische Rat wählt Konrad Adenauer zu seinem Präsidenten.
20. November
Generalstreik gegen steigende Preise und für eine demokratische Struktur der Wirtschaft
9. Dezember
Die Vollversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet die Deklaration der Menschenrechte.
31. Dezember
Die SPD hat 846 518 Mitglieder, davon 159 479 weibliche, in 9 613 Ortsvereinen.

Währungsreform und Kalter Krieg

Protokollbuch Seite 129 Bei der Bürgermeisterwahl im Februar bleibt dem Kandidaten der SPD der Erfolg versagt.

Während sich die materielle Lage im Westen nach der Währungsreform zu bessern beginnt, verschärfen sich die Gegensätze zwischen Ost und West. Die Neugliederung im Südwesten und die Suche nach einem gerechten Ausgleich der durch Nationalsozialismus, Krieg und Vertreibung verursachten Lasten diskutiert der Ortsverein im Herbst mit Alex Möller.

Bericht über die am 10. 1. 48 im Löwen abgehaltene Generalversammlung

Der Vorstand K. Nees eröffnete um 8 Uhr die Generalversammlung, bei der 14 Gen. anwesend waren, begrüsste sie und gab die Tagesordnung bekannt. Auf der Tagesordnung standen 6 Punkte.

Punkt 1. Der Vorstand verlas ein Protokoll vom Parteisekretariat, welches die Mitarbeit der Genossen im vergangenen Jahr würdigte und ihnen den Dank aussprach.

Punkt 2. Der Vorstand erteilte dem Kassier Karl Becker das Wort zum Geschäfts und Kassenbericht für das abgelaufene Jahr. Da es von Seiten der Gen. keine Beanstandungen gab, und allgemeine Zufriedenheit auslöste, wurde dem Kassier einstimmig die Entlastung erteilt.

Zu Punkt 3. Rückblick auf das vergangene Jahr ergriff der Vorstand das Wort und wies auf die große Arbeit und auf vergangenen Gemeinderatswahlen hin, die wohl jeden Gen. etwas enttäuscht haben dürfte. Der Vorstand ermahnte jedoch die Genossen zu treuer Mitarbeit und zur Werbung für die Partei.

Punkt 4. Neuwahl) Zum 1. Vorsitzenden wurde der bisherige Vors. K. Nees wiedergewählt. 2. Vors. Heinrich Lang, Kassier K. Becker, Schriftführerr Richard Heuser, Revisoren Rudolf Alb. Lang u. Heinrich Nagel. Die Gewählten nahmen ihr Amt an.

Zu Punkt 5. Aufstellung eines Bürgermeisterkandidaten waren die Genossen der Ansicht, dass der Gen. Friedrich Ritz, der bei der Gemeinderatswahl eine große Stimmenzahl auf sich vereinigen konnte, als Kandidat aufgestellt werden soll.

Zu Punkt 6. Verschiedenes gab unser Vertreter auf dem Rathaus K. Nees über die dortigen Verhältnisse Auskunft. Es entstand eine lebhafte Debatte u. Kritik über dies u. jenes, vor allem wurde das Verhalten des Bürgermeisters Günter kritisiert.

Zum Schluss ermahnte der Vors. noch die Gen. zur Mitarbeit, und zur Propaganda für unsern Kandidaten, und schloss die Versammlung.

I.A. K. Nees

Bericht zur Bürgermeisterwahl am 1. 2. 48

Am 1. 2. 48 fand hier die Bürgermeisterwahl statt, die Wahlbeteiligung am 1.ten Wahlgang betrug ungefähr 73%. Der Wahlkampf wurde ziemlich scharf, besonders von den Rechtsparteien geführt. Wir hatten, da wir uns mit der K.P.D. geeinigt hatten, den Gen. Friedrich Ritz zur Wahl als Kandidaten aufgestellt. Aber die meisten von uns wurden etwas enttäuscht über den Ausgang des ersten Wahlganges, indem die K.P.D. die uns volle Unterstützung zusicherte, zu 95% versagt hat. Bei der Stichwahl am 14. 2. 48 ging dann der Kandidat Eugen Nees durch die Unterstützung unserer Gen. und Anhänger mit 142 Stimmenmehrheit als Sieger aus der Urne hervor,

I.A. Nees K.

Versammlungsbericht über die am 10. 7. 48 im Löwen abgehaltene Parteiversammlung

Auf der Tagesordnung standen 3 Punkte.

Punkt I. Der Vorstand verlas einige Rundschreiben, welche als Richtlinien für die Ortsvereine gab. Zu Punkt 2. Bericht über die Kreiskonferenz vom 4. 7. 48 im Elefanten in Karlsruhe: gab der Vorsitzende einen kurzen Bericht über das Referat von Wirtschaftsminister Dr. Herrmann Veit, welcher über die politische Lage sprach.

Zu Punkt 3. Verschiedenes: verlas der Vorstand eine Resolution wegen der Suspendierung von Bürgermeister Günter Nees, die an den Landrat Grohs weitergeleitet wurde, und von den anwesenden Gen. als befriedigend angenommen wurde. Der Vorstand ermahnte die Genossen als kleine Schar ihre Pflicht weiterhin zu tun und schloss gegen 11 Uhr die Versammlung

I.A. Nees K.

Hermann Veit (1897-1973) war 1945-1946 Oberbürgermeister von Karlsruhe und 1947-1960 Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident von Württemberg-Baden bzw. Baden-Württemberg.

Joseph Groß war von 1946 bis 1971 Landrat des Landkreises Karlsruhe.

Versammlungsbericht vom 20. 11. 48

Am 20. 9. 48 abends 8 Uhr fand im Adlersaal eine öffentliche Versammlung statt, wobei Landtagsabg. Alex Möller über das Thema Was bringt der Lastenausgleich und kommt der Südweststaat sprach. Der Saal war gut besetzt, was bei dem Referenten einen guten Eindruck hinterlies. Nach etwa 1½ stündigem aufschlussreichen Referat, bei welchem der Redner reichen Beifall erntete, konnte der Vorsitzende K. Nees die Versammlung schließen.

I.A. K. Nees

Die Regelung des Lastenausgleichs wurde ebenso wie die Bildung eines Südweststaates mindestens seit Juli intensiv diskutiert; aus den Vortragsthemen lässt sich daher nicht schließen, welche Datumsangabe korrekt ist.

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Unsere Grundwerte: Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität

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