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Chronik 1946

1946

10. Januar
Erste Vollversammlung der Vereinten Nationen.
27. Januar
Gemeinderatswahlen in der amerikanischen Zone.
12. Februar
Die Technische Hochschule Karlsruhe wird wiedereröffnet.
14. Februar
Der Alliierte Kontrollrat genehmigt die Wiederaufnahme des Postverkehrs mit dem Ausland.
26./27. Februar
Eine Delegiertenkonferenz der SPD in der amerikanischen Zone lehnt mit 144 gegen 6 Stimmen die Verschmelzung von SPD und KPD ab.
7. März
Gründung der FDJ in Berlin. Vorsitzender wird Erich Honecker.
1. April
In der amerikanischen Zone werden die Lebensmittelrationen von 1550 auf 1200 Kalorien pro Tag herabgesetzt.
10. April
Der Alliierte Kontrollrat erlaubt die Bildung von Betriebsräten in ganz Deutschland.
19./20. April
Sogenannter 40. Parteitag der SPD in Berlin,
20./21. April
Vereinigungsparteitag der KPD und SPD der sowjetischen Besatzungszone; Gründung der SED.
28. April
Der Alliierte Kontrollrat erklärt den 1. Mai zum gesetzlichen Feiertag.
9.-11. Mai
Erster Parteitag der SPD der westlichen Besatzungszonen. Kurt Schumacher wird zum Vorsitzenden gewählt.
6. Juni
Die US-amerikanische Militärregierung unterzeichnet einen Vertrag mit der US- Hilfsorganisation CARE zur Unterstützung der deutschen Zivilbevölkerung.
30. Juni
Wahlen zu den verfassunggebenden Landesversammlungen in der amerikanischen Besatzungszone.
22. Juli
Die ersten deutschen Soldaten kehren aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zurück.
2. September
Gründung des SDS in Hamburg.
5. September
In Berlin nimmt der Sender RIAS seinen Betrieb auf.
30. September
In Karlsruhe werden die ersten CARE-Pakete mit Lebensmitteln aus den USA verteilt.
29. Oktober
Erste Nachkriegs-Volkszählung in den vier Besatzungszonen. Dabei werden 65,9 Millionen Einwohner erfaßt, 36,6 Mill. Frauen und 29,3 Mill. Männer.
10. Dezember
Hermann Hesse erhält den Literaturnobelpreis. Der Nobelpreis für Chemie 1944 geht rückwirkend an Otto Hahn.
31. Dezember
Die SPD hat 711 448 Mitglieder, darunter 109 215 weibliche, in 8132 Ortsvereinen.

SPD gegen Zusammenschluss mit Kommunisten

Protokollbuch Seite 113

Auf das Treffen Ende 1945 folgt Anfang Januar die offizielle Wiedergründung des Ortsvereins. Bei den Gemeinderatswahlen im gleichen Monat kann die SPD nur zwei von 8 Sitzen gewinnen, bald danach wird Bürgermeister Heinrich Heuser von Gustav Günther (CDU) abgelöst.

In den zahlreichen Versammlungen wird immer wieder über die Zusammenarbeit mit der KPD diskutiert, auch nachdem sich der Ortsverein im März nachdrücklich gegen den Zusammenschluss der beiden Parteien ausgesprochen hat.

Erste Versammlung am 5. 1. 1946

Der zwölf Jahre lange Kampf der Nazi, der mit einem Ringen eines Krieges gegen alle Welt aufs furchtbarste geführt wurde und mit einem K. O. für uns endete, wird uns allen wohl bekannt sein. Da die Feindmächte nach dem K.o.schlag gegen Deutschland die Regierung selbst in die Hand nahmen und uns betreuten, soll aber auf Wunsch der Siegermächte das Deutsche Volk sich wieder selbst regieren. So wurde am 5. 1. 46 eine Gründungsversamml. der alten Sozialdemokraten angeordnet, die das Gastlokal des Grünen Baums voll beansprucht. Als Redner sollte Gen. Gretschmann Eggenstein kommen, aber leider hat er uns im stich gelassen und so die Gen. und zahlreich Erschienenen sehr enttäuscht. So wurde dann, die Versammlung des ersten Vorsitzenden Fr. Ritz, abends 8 Uhr eröffnet. Er sprach über die Lage zur zukünftigen Politik und der Gemeinderatswahlen, die am 27. 1. 46 stattfinden sollen. Unser sehr verehrter Herr Bürgermeister Heinrich Heuser ergriff auch das Wort. Er sprach über die schwere Lage die wir noch zu bewältigen haben und auch bewältigen müssen, wenn sich das Deutsche Volk wieder selbst zu regieren verpflichten will. Erster Vorsitzender und Vertreter der K.P.D. Willi Funk sprach über die Zusammenarbeit der zwei Parteien und betonte dabei, daß sich die Oberste Führung der zweien noch nicht einig seien.

Um ½10 Uhr konnte die Versammlung durch den Vorsitzenden Fr. Ritz geschlossen werden.

Karl Becker Schriftführer

Versammlung am 19. Januar 1946

Zur Versammlung die am 19. 1. 46 durch die S.P.D. anberaumt wurde, nahm im Grünen Baum keinen so erfreulichen Anteil. Erster Vorsitzender Fr. Ritz eröffnete die Versammlung um 8 Uhr abends und gab Herrn Gretschmann von Eggenstein das Wort. Er sprach über die vergangenen 12 Jahre und über die Gemeindewahlen die am 27. 1. 46 stattfinden sollen. Seine Worte klingen aus einem Munde eines gerechten Mannes. Über die Irrlehre des Naziregimes waren seine ersten Worte; darauf folgten die Untaten, Morde und viele andere unmenschliche Taten die sie ohne sich ein Gewissen zu machen begangen haben. Es ist heute schwer, sprach er, einen Platz einzunehmen an dem wir vor der Nazi-Diktatur gestanden haben. Die S.P.D. wird aber ihr bestes versuchen, alles wieder gut zu machen die die Barbaren und Sklavenhändler veruntreut haben. Er sprach, so gehen wir heute in den Wahlkampf um ein besseres Deutschland zu schaffen als es die Hakenkreuzbrüder verstanden haben. Über den Aufbau Deutschlands kam er auch zu sprechen, wo noch ein mancher Schweißtropfen kosten wird. Dazu gehören auch Männer, die geistig imstande sind, solches zu leisten im Aufbau wie in Politik. Nur durch einen planmäßigen Wiederaufbau im Geiste des Demokratischen Sozialismus wird das Schicksal bezwungen sprach er.

1929/30 hätte ein von "Gen. Gretschmann Eggenstein" verfasster Artikel im Volksfreund fast zum Parteiaustritt von Bürgermeister Heuser und zwei weiteren Genossen geführt. Ob es sich bei dem Referenten um den Verfasser des damals umstrittenen Artikels handelt, ist nicht klar; 1946 war Julius Gretschmann Vorsitzender des Ortsvereins Eggenstein und Hermann Gretschmann Schriftführer.

Darauf folgten zur Diskussion. Vorsitzender Fr. Ritz gab Herrn B... von der K.P.D. das Wort. Er sprach auch über die Vergangenheit der Nazi-Herrschaft und über die schwere Zeit über die wir noch hinweg müssen.

Über eine Zusammenarbeit der S.P.D. u. K.P.D. hob er besonders hervor, daß gerade die Parteien miteinander marschieren sollen und zum Wiederaufbau des Deutschen Volkes beiseite stehn. Nach seiner Rede wurde eine Tellersammlung zustande gebracht, die den Betrag von 70,80 Mark ergab. Der Vorstand dankte allen Gebern aufs herzlichste. Gen. Gretschmann brachte dann das Schlußwort der Versammlung und endete mit dem Lied "Brüder zur Sonne zur Freiheit". Um 10 Uhr konnte der Vorsitzende die Versammlung schließen.

Karl Becker Schriftführer

Zur Gemeindewahl am 27. 1. 1946

Am Sonntag den 27. Januar 1946 fand hier die Gemeinderatswahl statt. Beginn derselben von 8 Uhr morgens bis 6 Uhr abends. Wahlberechtigt waren es an dieser Wahl 1233, wovon die S.P.D. 237 Stimmen entnehmen konnten und nur 2 Gemeinderäte aufbrachten. K.P.D. hatten 177 Stimmen und bekamen 1 Platz. Die C.D.U. hatten dagegen 560 Stimmen und konnten sich 5 Plätze buchen. Von den abgegebenen Stimmen waren 45 ungültig. Die Wahl verlief ruhig. Gemeinderäte wo aus dieser Wahl hervorgingen und auf 2 Jahre gewählt wurden sind

von der S.P.D. 1. Friedrich Dürr bisheriger Gemeinderat
2. Karl Nees Landwirt
von der K.P.D. 1. Willi Funk Maurer-Polier
von der C.D.U. 1. Albert Gottl. Heuser Landwirt
2. Karl Braun      "
3. Gustav Günther Plattenleger
4. Heinrich Heger Landwirt
5. Hermann Heger      "

Wir wollen aber hoffen und wünschen, daß auch diese Männer zum Wohle der Gemeinde und für den Wiederaufbau zusammenarbeiten. Besonders müssen sich aber unsere 2 Männer zeigen, als Männer die nicht zu wünschen übrig lassen wo von uns allen S.P.D. Männer erwünscht wird.

Karl Becker, Schriftführer

Gemeindewahl 1946

Diesem Bericht ist ein Zeitungsausschnitt mit den Wahlergebnissen in den Gemeinden des Landkreises beigelegt.

Versammlungsbericht

von der am 9. Febr. 1946 stattgefundenen Mitgliederversammlung.

Der erste Vorstand eröffnete 8.30 die Versammlung, begrüßte die Anwesenden aufs herzlichste. Die Tagesordnung wo folgende Punkte verzeichnet waren. I. Geschäft und Kassenbericht II. Rundschr. III. Verschiedenes. Punkt I. Das vom Schriftführer verlesene Protokoll und vom Kassier erstattete Kassenbericht wurden nicht beanstandet so konnte der Vorstand mit Zustimmung der Anwesenden Entlastung erteilen. Betr. Punkt II. Auf Einladung der am 16. und 17. Febr. in Karlsruhe stattfindenden Kreiskonferenz der Sozialdemokratischen Partei u. der Jungsozialisten meldeten sich Gen. Richard Heuser u. Albert Lang zur Teilnahme derselben.

In Punkt Verschiedenes fand eine rege sachliche sowie gegenseitige interessenvolle Aussprache über das u. jenes statt. Bürgermeister Heinrich Heuser gab dann Auskunft über alle an ihn gestellten Fragen. So wurden die Mißverständnisse beseitigt. Der Vorstand betonte besonders, daß alle Monate solche Meinungsaustausch inmitten der Mitglieder zu stande gebracht würde, wo von den Anwesenden auch für richtig befunden wurde.

Weil es weder Bier noch Wein gab und die Tagesordnung soweit erledigt war, konnte der Vorsitzende die Versammlung schließen.

Der Schriftführer Becker

Bericht über die am 23. März 46 im Strauß abgehaltene Versammlung

Der Vorstand eröffnete die Versammlung, dankte den Mitgliedern für ihr Erscheinen. Anschließend gab er die Tagesordnung bekannt welche lautete:

1. Protokoll verlesen 2. Bericht der Konferenz die in Karlsruhe stattgefunden hat. 3. Rundschreiben, 4. Bürgermeisterwahl. 5 Verschiedenes.

Betr. Punkt 1. Über das vorgelesene Protokoll vom 9. Febr. hatte von den Anwesenden Mitglieder keiner beanstandet.

Betr. Punkt 2. Genosse Richard Heuser gab Bericht über die in Karlsruhe stattgefundene Konferenz wo er beigewohnt hatte. Der Bericht war sehr zufriedenstellend für jeden Anwesenden. Es wurden auch die Beiträge für Männer, Frauen und Erwerbslose festgelegt. Für Frauen pro Monat 50 Pf. für Männer 1.- Mk, für Erwerbslose 20 Pf. Der Eintritt ist je nach belieben festgelegt worden. 20% der Beiträge kann in unsre Kasse fließen zur Finanzierung der anstehenden Unkosten.

Betr. Punkt 3. Bestellungen der Zeitung, Volk u. Zeit! an Mitglieder u. Gönner derselben. Verschmelzung der S.P.D. u. K.P.D. S.P.D. Konferenz an vielen Orten gegen Zusammenschluß. Die meisten Teilnehmer nahmen eine Entschließung an, aus der hervorgeht, daß sie aus nationalen u. internationalen Gründen an einer unabhängigen u. selbständigen Sozialdemokratischen Partei unverändert festhalten. Eine Vereinigung der beiden Arbeiterparteien sei im Augenblick durch die Abhängigkeit der K.P.D. nicht möglich.

Betr. Punkt 4. Bürgermeisterwahl. Bei dieser Gelegenheit stellte nur die C.D.U. ein Kandidat. Gustav Günther, der auch mit 5 zu 3 Stimmen gewählt wurde. Die Wahl fand am 27. März 46 statt u. endet 1948.

Bürgermeister Heinrich Heuser gab auch einige Worte zum besten u. betonte dabei, daß die Brücke bei der Kirche beseitigt u. das Abwasser nach dem Rathaus in den Senkkasten geleitet werden soll, seine letzte Arbeit als Gemeindevorsitzende wäre, wo die Anwesenden für gut befunden hatten.

Betr. Punkt 5 wurde über die derzeitige wirtschaftliche u. finanzielle Notlage diskutiert. Nach schluß der Diskussion konnte der Vorsitzende die Versammlung schließen.

Becker, Schriftf.

Versammlungsbericht vom 18. Mai 46 im Strauß

Der Vorstand begrüßte die wenig erschienenen, war jedoch gezwungen sein Bedauern über den außergewöhnlichen schlechten Versammlungsbesuch auszusprechen. Hierauf gab er die Tagesordnung bekannt. Auf der Tagesordnung waren 4 Punkte verzeichnet. Punkt 1. Verlesen des Protokoll vom 23. März 46! Punkt 2 Aussprache; Punkt 3 Rundschreiben; Punkt 4 Verschiedenes.

Der erste Punkt wurde durch den Schriftführer erledigt.

Punkt 2. btr. Aussprache; Der Vorstand stellte den Genosse und Gemeinderat zur Aussprache um die Geschehnisse innerhalb der Gemeinde klarzulegen und auch über diese Vorkommnisse überzeugt zu sein. Betr. Rundschreiben: Zu der am 19. 5. 46 in Karlsruhe stattfindenden Kreisversammlung hat sich der Vorstand Fr. Ritz als bereit erklärt daran teilzunehmen. Auch ist ein Schreiben von der K.P.D. an uns gegangen, welches von Willi Funk übergeben wurde. Das Schreiben hatte den Inhalt, zusammengefaßt: Vereinigung der zwei Arbeiterparteien. Zusammenschluß zu einer Einheitspartei. Bei Punkt Verschiedenes

Nach verschiedenen Äußerungen und Verhandlungen innerhalb der Anwesenden konnte der Vorstand die Versammlung schließen.

Becker Schriftf.

Versammlungsbericht vom 10. 6. 46 im Strauß

Der Vorstand eröffnete die Versammlung, dankte den Mitgliedern für ihr Erscheinen. Anschließend gab er die Tagesordnung bekannt, welche lautete:

1.) Protokoll verlesen und Kassenbericht
2.) Bericht über die Delegierten Konferenz in Karlsruhe
3.) Rundschreiben 4. Verschiedenes.

Über Punkt 1. Der Schriftführer gab den anwesenden Mitgliedern das Protokoll vom 18. 5. 46 zum Vortrag. Anschließend gab der Kassier den Kassenbericht über das erste ¼ Jahr 46 bekannt. Die Mitglieder waren über den ersten Punkt zufriedenstellend. Der Vorstand konnte über den Punkt entlastung erteilen. Über Punkt 2, Bericht über die Delegiertenkonferenz die in Karlsruhe stattgefunden hat, gab uns der Vorstand Fr. Ritz ausführlichen Bericht derselben wo allen Anwesenden zufriedenstellend war. Punkt 3.) Betr. Rundschreiben. Um ein Überblick über die Ortspolitik zu haben, soll künftig ein Bericht über jede abgehaltene Versammlung in das Parteisekretariat gesandt werden. Über diese Angelegenheit hat keiner von den Anwesenden Genossen zur hergabe der Berichte ausgesprochen. Über Punkt Verschiedenes, gab es kleine Auseinandersetzungen über verschiedene ungerechte Handlungen innerhalb des Gemeinderats. Wir wollen annehmen, daß solche Handlungen nicht wieder vorkommen dürfen. Nach so manchen Austauschangelegenheiten der Genossen, bei so manchen richtig stellen verschiedener Fragen, konnte der Vorstand die Versammlung schließen

Karl Becker
Schriftführer

Bericht über die Wahlkundgebung am 22. 6. 46 im Gr. Baum

Als Redner sollte Pressereferent J. Eisele Karlsruhe sprechen. Auf seiner Stelle sprach sein Vertreter Schmeckenbecher über das Thema (Unser Weg). Er sprach über die Verfassung des Staates, daß wir eine demokratische und soziale Republik wollen. Freiheit der Persönlichkeit in allen Dingen des Staatlichen Lebens, des Glaubens, der Meinung. Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz und Sicherung des neuen Staates vor offenen und getarnten Gegnern. Schutz der Familie u. der menschlichen Arbeit. Hilfe für die Jugend, der wir eine bessere Zukunft in einem friedliebenden freien Staat erarbeiten wollen.

Am Schluß tastete er noch die kommunistische Partei an indem er betonte, löst den Verein auf und kommt zu uns in die S.P.D. und stellte seine Rede zur Diskussion. Es meldete sich Theodor Lang von der K.P.D. u. gab seinen Worten ausdruck, daß die K.P.D. kein Verein wäre, wo die Anwesenden bestimmt auch zugaben. Es wäre nicht angebracht gewesen bei der Kundgebung seine Bruderpartei so zu unterminieren zu wollen, wenn eine Zusammenarbeit der zwei Arbeiterparteien zu stande kommen soll. Ein Wiederaufbau Deutschlands kann nur dann zu stande kommen, wenn sich in Zukunft die beiden Arbeiterparteien einig gehen.

Der Vorstand Fr. Ritz gab dem Redner das Schlußwort und schloß hiermit die Versammlung

Der Schriftführer
Karl Becker

Am 30. Juni 1946 fanden in den Ländern der amerikanischen Besatzungszone Wahlen zu den verfassungsgebenden Landesversammlungen statt. In Württemberg-Baden erreicht die SPD 32 Sitze (CDU 41, DVP 17, KPD 10). Das örtliche Ergebnis ist im Protokollbuch nicht festgehalten.

Bericht über die Generalversammlung

die am 14. 9. 46 im Grünen Baum abgehalten wurde.

Der Vorstand Fr. Ritz eröffnete die Versammlung unter Bekanntgabe der Tagesordnung. Anwesend waren 12 Genossen. Auf der Tagesordnung waren 5 Punkte verzeichnet.

1. Protokoll verlesen 2. Geschäft & Kassenbericht 3 Rundschreiben 4 Neuwahl 5 Verschiedenes.

P.1. Das Protokoll konnte bei dieser Versammlung wegen Krankheit des Schriftführers nicht zum Vortrag gebracht werden.

P.2. Der Kassierer Lang gab von 3 Viertel Jahr den Kassenbericht bekannt welcher mit allgemeiner Zufriedenheit aufgenommen wurde.

P.3. Der Vorstand Fr. Ritz gab ausführlichen Bericht über die Konferenz die in Karlsruhe stattgefunden hat.

P.4. Der Vorstand Fr. Ritz gab bei dieser Versammlung bekannt, daß er sein Amt als Vorstand ablegt aber Mitglied der Partei bleiben wird. Eine Neuwahl konnte bei dieser Versammlung nicht zu stande gebracht werden. Nach Zögern nahm der zweite Vorstand Karl Nees das Amt des ersten Vorstands an. Den Kassierposten nahm der Schriftführer Karl Becker an sich und wird sich bemühen, seine Sache gewissenhaft durchzuführen. Als Revisoren des Kassiers meldeten sich die Genossen Heinrich Nagel u. Albert Lang.

P.5 bei Verschiedenes gab es keine so wichtige Auseinandersetzungen alsdann konnte die Versammlung geschlossen werden.

Dieses Protokoll wurde in das Parteisekretariat Karlsruhe durch die Post geschickt.

Der Schriftführer
Karl Becker

Am 10. August 1946 verschied unser langjähriges Mitglied Albert Nagel, Maurer.

Er selbst war ein Gründer der Sozialistischen Partei, hatte die ersten Protokolle niedergeschrieben und wurde im Januar 1906 zum ersten Vorsitzenden gewählt.

Er selbst war ein Kämpfer der Idee bis zu deinem Tode.

Der erste Vorsitzende Fr. Ritz legte als letzte Ehrung einen Kranz an seinem Grabe nieder.

Ehre seinem Andenken

Albert Nagel war bis 1913 Vorsitzender und bis 1933 im Vorstand des Ortsvereins.

Versammlungsbericht vom 9. 11. 46 im Grünen Baum

Der Vorstand Karl Nees lies die Mitglieder um 8 Uhr abends im Grünen Baum zusammenkommen.

Auf der Tagesordnung hatte er 4 Punkte verzeichnet.

Punkt 1. Protokoll verlesen das vom Schriftführer erledigt wurde. Punkt 2 Der Vorstand brachte die eingetroffenen Rundschreiben zum Vortrag, sodass die anwesenden Mitglieder über die Angelegenheit informiert waren.

Punkt 3 Ebenfalls gab der Vorstand ausführlichen Bericht über eine Konferenz der er in Karlsruhe beigewohnt hatte zum Vortrag, wo allen anwesenden Mitgliedern zufriedenstellend war.

Punkt 4. Verschiedenes; Es wurde über verschiedene Punkte stellung genommen, nur ist es schade, daß keine jüngeren Männer sich hergeben für die Partei eine Partei der Sache für die Zukunft.

Alsdann konnte die Versammlung geschl. werden.

Der Schriftf.
Karl Becker

Bericht über die öffentliche soz. Versammlung vom 17. November 46 im Grünen Baum

Am Sonntagmittag den 17. November veranstaltete die Partei eine öffentliche Wahlversammlung, in welcher als Referent und Redner Wirtschaftsberater Fritz Corterier über das Thema "Was kommt nach der Verfassung [" sprach]. Er hatte einen sachlichen Vortrag gehalten über Politische Vergangenheit und über das werden der Zukunft. Wir sind an dem Tag politischer Freiheit angekommen. Die Sozialdemokratische Partei ist auferstanden. Die einzige Partei in Deutschland zu sein, deren Politik der Demokratie u. des Friedens, steht aber vor der größten Aufgabe, aus den Trümmern Deutschlands ein neues Reich aufzubauen. Daher soll am 24. November d. J. der Landtag gewählt werden. Seit 13 Jahren ist es das erste Mal unter der Bevölkerung in der amerikanischen Zone die Gelegenheit, so zu wählen, daß jedem Wahlberechtigten wieder eine Einflußnahme auf das Schicksal unseres Landes gegeben, von dem auch sein eigenes Schicksal abhängt.

Bei den Landtagswahlen in Württemberg-Baden am 24. 11. 1946 gewinnt die CDU 38, die SPD 32, die DVP 19 und die KPD 10 Sitze. Das örtliche Ergebnis ist im Protokollbuch nicht festgehalten.

Der Redner Corterier stellte seine Rede zur Diskussion.

Keiner von den anwesenden Genossen hatte scheinbar über den Vortrag zu kritisieren.

Der Vorstand Karl Nees erteilte daher dem Redner Corterier das Schlußwort.

Danach konnte die Versammlung mit zufriedenheit geschlossen werden.

Becker, Schriftführer

Fritz Corterier (1906-1991) war von 1953 bis 1969 Mitglied des Bundestags. 1967 bis 1970 gehörte er dem damals noch nicht direkt gewählten Europaparlament an.

1945  nach oben 1947

Unsere Grundwerte: Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität

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