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Chronik 1922

1922

31. Januar
Reichspräsident Friedrich Ebert ernennt Walther Rathenau (DDP) zum Außenminister.
28. Februar
Ägypten wird zum unabhängigen Königreich erklärt.
5. März
Uraufführung des Films "Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens" von Friedrich Wilhelm Murnau in Berlin.
6. März
Kemal Atatürk wird Präsident der Türkei.
13. März
Wilhelm Furtwängler wird Direktor der Berliner Philharmoniker.
31. März
Albert Einstein beginnt eine Vorlesungsreihe über die Relativitätstheorie am Pariser Collège de France.
3. April
Josef W. Stalin wird zum Generalsekretär des ZK der Kommunistischen Partei Rußlands gewählt.
16. April
Mit der Unterzeichnung des Vertrags von Rapallo durchbricht das Deutsche Reich seine außenpolitische Isolation.
24. Mai
Der Preußische Landtag lehnt einen Antrag der SPD auf Abschaffung der Todesstrafe ab.
4. Juni
Philipp Scheidemann (SPD) wird bei einem Blausäureattentat durch Angehörige der rechtsradikalen Organisation "Consul" verletzt.
24. Juni
Ermordung von Reichsaußenminister Walther Rathenau in Berlin-Grunewald.
9. Juli
Johnny Weissmüller schwimmt als erster Mensch die 100 m Freistil in weniger als einer Minute.
14. Juli
Die Reichstagsfraktionen von USPD und SPD bilden eine Arbeitsgemeinschaft.
2. August
Panikstimmung an den deutschen Börsen. Der Wert des US-Dollars ist auf 860 Mark gestiegen.
6. August
Das Wiederholungsspiel zur Deutschen Fußballmeisterschaft zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem Hamburger SV endet unentschieden; es gibt keinen Deutschen Meister für das Jahr 1922.
20. August
In Paris finden die ersten Frauen-Weltspiele der Leichtathletik statt.
17.-23. September
Parteitag der SPD in Augsburg. Die SPD hat 1 127 134 Mitglieder, darunter 175 713 Frauen.
24. September
Vereinigung der USPD mit der SPD auf dem gemeinsamen Parteitag in Nürnberg.
27./28. Oktober
Auf Befehl von Mussolini beginnen etwa 40.000 Faschisten den "Marsch auf Rom".
30. Oktober
König Viktor Emanuel III. betraut Mussolini mit dem Amt des Ministerpräsidenten.
4. November
Der britische Archäologe Howard Carter (1873-1939) entdeckt das Grab Tutanchamuns im Tal der Könige in Luxor (Ägypten).
22. November
Der parteilose Politiker Wilhelm Cuno bildet eine neue Reichsregierung.
10. Dezember
Niels Bohr erhält den Nobelpreis für Physik.

Einigkeit macht stark

Protokollbuch Seite 33

Nach der Generalversammlung steht zunächst der Hochwasserschutz im Mittelpunkt mehrerer Versammlungen. In der zweiten Jahreshälfte werden die Gemeindewahlen vorbereitet, bei denen die jetzt - nach den Parteitagsbeschlüssen im September - wieder vereinigte Sozialdemokratische Partei beachtliche Erfolge erzielt; bei der Gemeinderatswahl erreicht sie fast 52% der Stimmen.

Generalversammlungsbericht vom 15. Febr. 1922 (Wirtsch. z. Lamm)

Nach langem Warten war der Vorstand in der Lage, die Versammlung für eröffnet zu erklären, begrüßte die anwesenden Genossen, gab hierauf die Tagesordnung bekannt. Punkt I Bekanntgabe der letztjährigen Tätigkeit des Vereins durch den Vorstand. Punkt II Neuwahl des gesamten Vorstandes. Punkt III Protokoll verlesen. Punkt IV Kassenbericht.

Nach Bekanntgabe der letztjährigen Tätigkeit des Vereins durch den Vorstand sah sich dieser veranlasst, die Nachlässigkeit einzelner Genossen im verflossenen Jahr scharf unter Stellung zu nehmen. Freudevoll war jedoch, daß die wenigen anwesenden Genossen (alte Genossen) einig waren, sich fernerhin umso mehr unserer Sache zur Verfügung zu stellen. Aus der Neuwahl ging als erster Vorstand Genosse Wilhelm Heuser, als zweiter Wilh. Funk hervor, Kassier Heinrich Funk, sonst ist durch die Neuwahl keine Veränderung eingetreten.

Am Schlusse der Versammlung war Wunsch der Genossen, daß kein Mittel unversucht bleiben darf, um der hiesigen Parteivereinigung die ehemalige Höhe wieder zu verschaffen. Unter Worten des Dankes schloß der Vorstand gegen 6 Uhr die Versammlung.

Schriftführer Günther

Bericht über die Vereinsversammlung am 25. März 1922 (Wirtschaft zur Krone)

Am Sonntag den 25. März nachmittags 3 Uhr beginnend hielt der Verein eine Versammlung ab, in der Genossin Frau Fischer aus Karlsruhe einen Vortrag hielt über die neue Gemeindeordnung. Bei der Entstehung der alten Städte- und Gemeindeordnung beginnend, brachte Gen. Frau Fischer die alten Mängel und Gebrechen derselben so recht ins Licht, sodann auf die neue Gemeindeordnung übergehend, brach sich der Gedanke Bahn, daß auch der neuen Gemeindeordnung noch manche Mängel und Gebrechen anhaften, die besonders für die arbeitende Bevölkerung sich besser hätten gestalten sollen.

In der darauffolgenden Diskussion fand eine lebhafte Aussprache von Seiten der anwesenden Genossen statt, wobei Genossin Frau Fischer immer mit der rechten Aufklärung und Erläuterung der gewünschten Frage diente.

Es wäre zu wünschen, daß öfters solche Vorträge und Aufklärungen hier stattfänden, zur Förderung und Stärkung unserer Partei.

Nach verschiedenen Äußerungen und Verhandlungen innerhalb des Vereins schloß um 7 Uhr abends der Vorsitzende die lehrreiche Vereinsversammlung..

I. A. Heinrich Wilh. Heuser

Die Referentin ("Genossin Frau Fischer aus Karlsruhe") war vermutlich Kunigunde Fischer (1882-1967). Kunigunde Fischer war von 1919 bis 1933 Abgeordnete des badischen Landtags, 1919 - 1922 und 1946 - 1959 Stadträtin in Karlsruhe. 1965 wurde sie Ehrenbürgerin der Stadt Karlsruhe.

Bericht über den 1. Mai 1922

Am Montag Nachmittag, dem 1. Mai d. J., nach 4 Uhr versammelten sich auf Einladung des Vorsitzenden unseres Wahlvereins (Wilh. Heuser) ungefähr 10 – 12 Genossen in der Wirtschaft zur Krone hier, um des Zwecks des Tages zu gedenken.

Es wurde dabei auch u. a. der Hochwasserfrage und deren Abhilfe und Vorbeugung in hiesiger Gemarkung gedacht. Da unsere Gemarkung ein großes Quellen- und Druckwassergebiet umfaßt und dieses Wasser nur durch den Herrenwasserkanal über zwei fremde Gemarkungen, Hochstetten und Liedolsheim, abfließen kann, so wurde der Gedanke erfaßt, ob es möglich wäre, dieses unsere Gemarkung überflutende Wasser innerhalb unserer Gemarkungsgrenze durch eine Maschinenpumpe in den Rheinstrom zu pumpen. Nach Ansicht der anwesenden Genossen wäre dieses möglich, und wurde deshalb unser Genosse Friedrich Günther bestimmt, diese Ansicht dem hiesigen Bürgermeisteramt mitzuteilen, damit diese Sache im Gemeinderat beraten und eine Bürgerversammlung zur Stellungnahme zum obigen Projekt anberaumt werden kann.

Auch wurde die Frage aufgeworfen, ob in Zukunft der 1. Mai in hiesigem Verein nicht festlicher begangen werden könnte wie dieses Jahr, was natürlich in einem ländlichen Verein von Zeitverhältnissen und Witterung abhängig wäre.

I. A. Heinrich Wilh. Heuser

Versammlungsbericht vom 8. Mai 1922

Nachdem auf Anregung unserer Partei das hiesige Bürgermeisteramt im Einverständnis mit dem Gemeinderat auf Donnerstag, den 11. Mai abends 8 Uhr im hiesigen Bürgersaal (Rathaus) eine Gemeindeversammlung betreffs Hochwassergefahr und deren Abhilfe anberaumt hat, so versammelten sich einige Genossen in der Wirtschaft zur Krone um Stellungnahme zu dem am 1. Mai besprochenen Projekt in obiger Gemeindeversammlung zu nehmen..

Es wurde beschlossen, den Plan und Entwurf des bei der Gemeindeversammlung referierenden Kulturinspektors Ziegler anzuhören und wenn günstig, zu unterstützen; aber bei evt. Fehlern und Gebrechen desselben, den gefaßten Beschluß, durch Maschinenkraft das Wasser zu entfernen, hochzuhalten und den Mitbürgern zu empfehlen.

Auch wurde beschlossen den Antrag zu stellen eine Kommission zu ernennen, die die Ablaufkanäle und ihre Vorrichtungen überwachen und das in der Gemeindeversammlung beschließende Projekt zur Durchführung bringen.

I. A. Heinrich Wilh. Heuser

Bericht über die öffentliche Versammlung am 13. Aug. 1922

Nachdem die auf dem hiesigen Rathaus gebildete Kommission betreffs Pumpwerkerstellung auf hiesiger Gemarkung, Fühlung mit technisch gebildeten Kräften und Werken in dieser Sache genommen hatte, so veranstaltete der soz. Verein eine öffentliche Versammlung am Sonntag Nachmittag den 13. August hier in der Krone, um den hiesigen Interessenten und Freunden der Sache nochmals Gelegenheit zur Stellung und Aussprache in obiger Sache zu geben.
Nachdem von Emil Geigle, Schlosser hier, die Ratschläge und Pläne eines an Ort und Stelle die Verhältnisse besichtigenden Tiefbau-Ingenieurs klargelegt, wurde und von Friedrich Günther Leistung und Kosten einer von einer Firma offerierten Pumpe auseinandergesetzt ward, so entspann sich eine rege Aussprache in dieser Angelegenheit, die obwohl von Seiten der Anwesenden verschiedene Ansichten vertreten waren, doch der einstimmige und feste Beschluß gefaßt wurde, kategorisch bei der Gemeindebehörde darauf zu dringen, daß der Bürgerausschuß sofort einberufen und gefragt wird, wie er sich zu dieser Angelegenheit stellt.

Genosse Friedrich Günther wurde beauftragt, diese Sache sofort beim Bürgermeisteramt hier anhängig zu machen.

Indem hernach noch einige andere gemeindliche Sachen besprochen wurden, welche alle unter dem Gesichtspunkt einer friedlichen Lösung absorbiert werden konnten, schloß der Vorstand um 6 Uhr abends die Versammlung.

I. A. Heinrich Wilh. Heuser

Bericht über die öffentliche Versammlung der vereinigten soz. Partei am 7. Oktober 22 hier in der Krone

Nachdem auf Beschluß der von der hiesigen vereinigten soz. Partei bestimmten Wahlkommission eine öffentliche Versammlung auf Samstag Abend den 7. Oktober abends 8 Uhr hier in der Krone anberaumt wurde, zu der ein Referent aus Karlsruhe verpflichtet wurde, aber nicht erschienen ist, so eröffnete um 9 Uhr der bisherige Vorstand der soz. Mehrheitspartei Wilh. Heuser die Versammlung und hieß alle anwesenden Mitglieder und Freunde beider bisher gewesenen soz. Parteien herzlich willkommen.

Indem der Referent aus Karlsruhe nicht erschienen ist, so wurde die im Parteiblatt angekündigte Tagesordnung übergangen und zu den Gemeindewahlen mit ihrem Zweck und Folgen für die Partei übergegangen.

Genosse "Schuhmacher" äußerte seine Anschauungen über die Ortswahlen dahin, daß bei den nächsten Ortswahlen nur Parteimitglieder gewählt werden sollen.

Genosse "Emil Geigle" tadelte in scharfen Worten das Nichterscheinen des Referenten als grobe Pflichtverletzung der Partei gegenüber.

Genosse "Friedrich Günther" schilderte die Zusammensetzung in der Ortsverwaltung und machte auf den schweren Stand der Minderheit unserer Parteivertretung in der Ortsverwaltung aufmerksam, auch tadelte er die stürmischen Worte einiger Redner. Genosse "Heinrich W. Heuser" erklärte die manchmal ganz raschen und unvorhergesehenen Beschlüsse und Arbeiten im Gemeinderat, und machte auf die schlechte Beteiligung unserer sozialen Jugend, Gesinnungsgenossen und Frauen bei den letzten Ortswahlen aufmerksam.

Da einige Redner außerhalb des gedachten Programms zu sprechen kamen, so wurde auch einem anwesenden Redner aus Karlsruhe vom Vorstand das Wort entzogen, jedoch auf beantragte Abstimmung des Vorstandes mit Stimmenmehrheit wieder zurückgegeben.

Als u. a. auch die Kriegshinterbliebenenversorgungsfrage angeschnitten und bemängelt wurde, wobei zum Ausdruck kam, daß gerade die arbeitende Bevölkerung die größte notleidende Zahl der Kriegsopfer besitzt, so wurde darauf hingewiesen, daß es besonders die Pflicht der soz. Partei ist, hier darauf zu drängen, den Kriegsopfern das zuzugestehen was zu ihrem persönlichen und familiären Durchkommen nötig ist.

Nachdem noch mehrere Mitglieder ihre Äußerung und Anschauung über die parteilichen und örtlichen Verhältnisse klargelegt hatten, wurde von Seiten der Versammlung der Antrag gestellt, den Fraktionsvorsitzenden zu beauftragen, beim Bürgermeisteramt hier zu beantragen, daß der Bürgerausschuß in Bälde Stellung nimmt zur Herstellung einer gepflasterten Straßenrinne in der Luisenstraße. Um 12 Uhr abends schloß der Vorstand die Versammlung.

Heinrich Wilh. Heuser

Bericht über die Vereinsversammlung am 28. Oktober 1922 in der Krone hier

Von der Vereinsleitung durch die Ortsschelle eingeladen versammelten sich am Abend des obigen Datums 29 Mitglieder hier in der Krone zu einer Vereinsversammlung. Nachdem der Vorstand die Versammlung eröffnet hatte und einen Rückblick auf die Jahresgeschäftsordnung innerhalb des Vereins geworfen, wurden durch den Schriftführer die Protokolle vom laufenden Jahre vorgelesen und nähere Erläuterungen darüber erteilt.

Sodann wurde auf die kommenden Gemeindewahlen übergegangen und die von der bestimmten Kommission vorgeschlagenen Namen zur öffentlichen Kenntnis der Vereinsmitglieder gebracht. Auf allgemeinen Wunsch wurden dann die Namen der Gemeindeverordneten zur Wahlvorschlagsliste gewählt und nach der Stimmenmehrheit zur Reihenfolge auf die Wahlvorschlagsliste gestellt.

Hernach wurden auch die Gemeinderatskandidaten in obiger Weise gewählt.

Indem diese Wahlen die Zeit des ganzen Abends ausfüllten, so wurden die anderen auf der Tagesordnung stehenden Punkte (Wahl der neuen Vereinsleitung) zurückgestellt und bis auf weiteres verschoben.

I. A. Heinrich Wilh. Heuser

Bericht über die öffentliche Versammlung am Sonntag den 12. November Nachmittags 3 Uhr in der Krone hier.

Auf die öffentliche Einladung durch die Ortsschelle hier, veranstalteten die vereinigten soz. Parteien hier eine öffentliche Versammlung wobei als Referent Herr "Proll" aus Karlsruhe fungierte und sein Referat mit Erklärungen über wirtschaftliche und politische Verhältnisse in Gemeinde, Stadt und Staat eröffnete, sodann ging er auf die Errungenschaften der Republik, besonders den 8 Stundentag der Arbeiter über.

Der Achtstundentag, eine der ältesten Forderungen der Arbeiterbewegung, war im November 1918 durch Anordnung des Rates der Volksbeauftragten in Deutschland eingeführt worden.

Die Hauptfrage: Wie kommen wir aus diesem Elend heraus? und wer trägt die Verantwortung, erklärte er so verständlich, daß nicht die Revolution es ist, die die Ursache der jetzigen Verhältnisse trägt, sondern in erster Linie der Krieg die Schuld hat, der ⅓ des deutschen Vermögensbestandes gefressen hat, sodann Bodenschätze und deutsches Gebiet das verloren ging repräsentiert einen wichtigen Teil der wirtschaftlichen Not in gegenwärtiger Zeit.

Auch ist es Tatsache: Daß die Nutznießer der Geldentwertung den größten Gewinn aus der Geldentwertung ziehen. Nachdem das Referat bis abends 6 Uhr gedauert hat, und alle Anwesende von dem Gehörten sehr befriedigt waren, wurde Herrn "Proll" von der Vereinsleitung der gebührende Dank ausgesprochen. Auch nahmen einige Anwesende an der anschließenden Diskussion teil, was zu manchen Aufklärungen und Belehrung der Teilnehmer diente.

Auch einige Vereinsangelegenheiten besonders die Wahlagitation zur Gemeindewahl wurde noch besprochen. Um 7 Uhr abends schloß der Vorsitzende diese lehrreiche öffentliche Versammlung.

I. A. Heinrich Wilh. Heuser

Gemeindeverordnetenwahl am 19. November 1922

Zu der an obigem Datum stattgefundenen Gemeindeverordnetenwahl stellten die hiesigen vereinigten soz. Parteien eine Liste von 23 Bewerbern auf, wie sie in der Vereinsversammlung am 28. Oktober gewählt wurden. Am Wahltag 19. Novbr. stimmten in hiesiger Gemeinde ungefähr 50 Prozent der Wahlberechtigten ab.

Auf die bürgerliche Liste entfielen 288 und auf die vereinigte soz. Liste 285 gültige Stimmen, und es fielen auf die beiden Listen je 24 Sitze, indem aber auf der soz. Liste nur 23 Bewerber vorhanden waren, so fiel der 24te Sitz der Gegenpartei zu.

Namen der soz. Liste sind folgende

1. Dürr, Friedrich, Gemeinderat

13. Heuser, Friedrich Wilh. Aug., Bahnbeamter

2. Nees, Karl, Maurer

14. Nagel, Karl, Bahnarbeiter

3. Nagel, Albert Ludw., Maurer

15. Lang, Ernst Wilh., Maurer

4. Funk, Wilhelm, Plattenleger

16. Hermann, Wilh., Amtsgehilfe

5. Heuser, Wilhelm, Maurer

17. Ratzel, Emil, Postbote

6. Günther, Friedrich, Gipsermstr.

18. Fies, Ernst, Lagerarbeiter

7. Heuser, Heinrich Wilh., Landwirt

19. Hauf, Albert, Schlosser

8. Hesselschwerdt, Karl, Maurer

20. Funk, Friedrch, Bahnarbeiter

9. Erhardt, Gustav, Eisenbahnassistent

21. Dürr, Karl Wilh., Bahnarbeiter

10. Geigle, Emil, Schlosser

22. Hesselschwerdt, Albert Ludw., Bahnarbeiter

11. Nagel, Gustav August, Bahnarb.

23. Dürr, Karl Albert, Maschinenarb.

12. Nagel, Karl Jakob, Tiefbauarb.

24

25

26

Sämtlich gewählte soz. Gemeindeverordneten nehmen ihr Amt an.

I. A. Heinrich Wilh. Heuser

Bericht über die öffentliche soz. Versammlung am 27. Novbr. 1922 hier in der Krone

Am Abend des 27. Novbr. veranstalteten die hiesigen soz. vereinigten Parteien eine öffentliche Versammlung, in welcher als Referent und Redner Herr Kruse von Karlsruhe referiert.

Einleitend über die wirtschaftlichen Verhältnisse in Reich, Land und Gemeinde sprechend, kam Redner auch auf die Wohnungsnot, sowie auf die Kriegsinvaliden und Kriegshinterbliebenen zu sprechen. Auch die Hartnäckigkeit des Kapitalismusses und dessen Folgen stellte er so recht ins Licht, und erinnerte, daß nur der einmütige Kampf der arbeitenden Klasse gegen den Kapitalismus den Sozialismus zum Sieg führen kann.

Auf die verständnisvollen leicht begreiflichen Ausführungen des Herrn Kruse folgte eine rege Diskussion in welcher u. a. auch auf die kommende Gemeinderatswahl am 3. Dezbr. d. J. hingewiesen wurde in der Hoffnung, daß auch dabei unsere hiesige soz. Partei als Siegerin hervorgehen möge. Um 12 Uhr abends schloß der Vorstand Wilh. Heuser mit der Ermahnung treuen Zusammenhaltens innerhalb der Partei und mit Dank für das lehrreiche Referat von Herrn Kruse die Versammlung.

I. A. Heinrich Wilh. Heuser

In Monika Pohl: Ludwig Marum. Ein Sozialdemokrat jüdischer Herkunft und sein Aufstieg in der badischen Arbeiterbewegung 1882 - 1919 (Forschungen und Quellen zur Stadtgeschichte Band 8, Schriftenreihe des Stadtarchivs Karlsruhe), Info Verlag, Karlsruhe 2003 wird mehrfach der Metallarbeiter Bernhard Kruse als führendes Mitglied der Karlsruher Sozialdemokraten erwähnt.

Kruse wechselte 1918 zur USPD über, im Zeichen der Vereinigung ist durchaus denkbar, dass er der Referent auf dieser Versammlung war.

Gemeinderatswahl am 3. Dezbr. 1922

Am Sonntag den 3. Dezbr. 1922 vormittags 11 Uhr beginnend fand hier die Gemeinderatswahl statt. Die sozialdem. Liste bekam von 773 abgegebenen gültigen Stimmen 399. Die bürgerliche Liste erhielt 374 Stimmen. Die gewählten soz. Kandidaten sind folgende.

1. Friedrich Dürr, bisheriger Gemeinderat, 2. Heinrich Wilh. Heuser, Landwirt, und 3. Friedrich Günther, Gipsermeister. Die Amtsdauer beträgt 4 Jahre, also bis Dezember 1926.

Heuser, Stellv. Schriftführer

1921  nach oben 1923

Unsere Grundwerte: Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität

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