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Chronik 1918

1918

3. Oktober
Prinz Max von Baden wird deutscher Reichskanzler.
4. November
Aus dem Kieler Matrosenaufstand entwickelt sich die Novemberrevolution. In ganz Deutschland entstehen Arbeiter- und Soldatenr├Ąte.
9. November
Gegen Mittag verk├╝ndet Max von Baden eigenm├Ąchtig die Abdankung Wilhelms II. und ├╝bertr├Ągt sein Amt des Reichskanzlers auf Friedrich Ebert (SPD). Um 14.00 ruft Philipp Scheidemann (SPD) die Republik aus.
10. November
Wilhelm II. begibt sich ins Exil in die Niederlande.
SPD und USPD bilden den Rat der Volksbeauftragten.
11. November
Mit Inkrafttreten des Waffenstillstands von Compiegne endet der 1. Weltkrieg. Er hat ca. 9 Millionen Tote gefordert.
11. November
Nach unblutigen Schie├čereien auf dem Schlossplatz verl├Ą├čt Gro├čherzog Friedrich II. Karlsruhe.
12. November
Frauen erlangen in Deutschland das aktive und passive Wahlrecht.
13. November
Gro├čherzog Friedrich II. verzichtet auf die Regierungsgewalt. Die provisorische Regierung erkl├Ąrt Baden zur freien Volksrepublik.
23. November
Mit der "Anordnung ├╝ber die Regelung der Arbeitszeit gewerblicher Arbeiter" wird der Achtstundentag eingef├╝hrt.
10. Dezember
Max Planck erh├Ąlt den Nobelpreis f├╝r Physik, Fritz Haber den f├╝r Chemie.
23. Dezember
Helmut Schmidt wird in Hamburg geboren.

Wiederbeginn nach Kriegsende

Protokollbuch Seite 17

Unmittelbar nach Ende des 1. Weltkriegs nimmt der sozialdemokratische Wahlverein seine Arbeit wieder auf. Zwei Gefallene sind zu beklagen, zwei Genossen werden noch vermisst.

Versammlungsbericht vom 30. XII. 1918

Bei der am 30. XII. 1918 abgehaltenen zweiten Versammlung, welche zugleich als Generalversammlung bestimmt war, nach dem gr├Ą├člichen 4┬Żj├Ąhrigen Weltkriege, konnte der Vorstand konstatieren, da├č gro├čes politisches Interesse bei den anwesenden Genossen vorhanden war, indem die Versammlung gut besucht war.

Leider hatten auch wir Verluste zu verzeichnen innerhalb des Wahlvereins, als tot bzw. gefallen kommt Genosse Gottfried Metz, Maurer u. Wilh. Stober, Gipser, in unsere Ehrenurkunde, als Vermi├čte: Gustav Ratzel, Hilfsarbeiter u. Alb. Heuser, Gipser, was wir nur durch die vorausgegangene engere Versammlung am 21. XII, durch ehrenden Nachruf bzw. Hoffnung auf Wiederkehr erw├╝nschten.

Da bei Punkt 2 Neuwahl die alte Vorstandschaft einstimmig wiedergew├Ąhlt wurde, wobei Th. Lang, Gipser, I. Karl Nees, Luisenstr. II. Vorst. Karl J. Nagel Kassier, W. Funk Schriftf├╝hrer und die Gen. Ernst Fies u. Alb. Nagel, Maurer, als Revisoren bzw. Beisitzer in Betracht kamen. An Stelle des gesch├Ątzten Gefallenen Gen. Gottfried Metz als Diener wurde Wilhelm Ritz einstimmig ernannt.

Da w├Ąhrend des Krieges manches vorkam auch innerhalb unserer Partei und unserer f├╝hrenden Gen., wurde heftig debattiert ├╝ber die vergangenen Mi├čst├Ąnde, was aber am Ende der Versammlung doch seinen, zu jedem Gen. seiner Zufriedenheit abschlo├č, denn auch hier konnte vieles nicht nach Wunsch gehen, da auch hier noch die B├╝rgerliche Regierung ihre Gewalt aus├╝bte wie auch die Preu├čische Milit├Ąrmacht w├Ąhrend des ganzen Krieges bis die Revolution am 9. November mit diesem System aufr├Ąumte.

Mit der Aufforderung kr├Ąftig f├╝r die Sozialdemokratie zu agitieren, um am 5. u. 19. Jan. gut abzuschlie├čen, schlo├č der Vorsitzende die Versammlung.

Wilh. Funk, Schriftf├╝hrer

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Unsere Grundwerte: Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität

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